1 Die Welt des TPM (S. 13)
Totale produktive Instandhaltung (Total Productive Maintenance, TPM), überall auf der Welt sprechen Wartungs-, Produktions- und Fabrikmanager über dieses Thema und versuchen, mehr zu erfahren oder zu lernen, wie man es einsetzt.
Von Elektronikfabriken in Malaysia über Automobilwerke in den Vereinigten Staaten und Europa bis zu Aluminium verarbeitenden Industrien in Kanada und Papierfabriken in Südamerika: Jeder befasst sich mit TPM als der neuesten und besten in einer Serie von modernen Herstellungstechniken.
Unternehmen wie DaimlerChrysler, VW, Ford Motor, BMW, Pirelli, Continental AG, Dunlop, Motorola, Bosch, Siemens, Eastman Kodak, DuPont, Procter & Gamble, Kelloggs, Kraft Foods, Nestlé, Alusuisse und viele andere haben begonnen, TPMProgramme zu installieren, oder arbeiten bereits erfolgreich damit. Es scheint in der Tat eine der wichtigen zukunftsweisenden Fertigungstechnologien zu sein.
Aber ist TPM auch die Lösung Ihres Problems? Kann es zu einer Verbesserung Ihres Betriebs, zu einer Steigerung Ihrer Produktivität und zur Kostensenkung beitragen? Die Antwort ist ein deutliches »Ja«. Aber TPM muss richtig umgesetzt werden, damit es in Ihrem Werk wirklich funktioniert.
TPM hat in vielen Ländern enormen Nutzen gebracht, aber es wird möglicherweise bei Ihnen nicht funktionieren, wenn Sie einfach nur versuchen, das japanische System zu kopieren. Einige nichtjapanische Unternehmen haben keine guten Ergebnisse erzielt und sehr viele Enttäuschungen und Rückschritte erlebt, weil sie einfach nur dem japanischen Modell gefolgt sind. TPM ist dann am effektivsten, wenn Sie es modifizieren und auf Ihr Umfeld, Ihre Mitarbeiter und die Probleme und Gegebenheiten Ihrer Betriebsanlagen abstimmen.
Dieses Buch wird Sie Schritt für Schritt durch einen TPM-Prozess führen, der entwickelt wurde, um in Ihrem Betrieb bessere Resultate zu erzielen. Es weist auf Probleme hin, die andere bei der Entwicklung von TPM hatten, und wird bei der erfolgreichen Umsetzung von TPM in Ihrem Betrieb sehr hilfreich sein.
Die Japaner und TPM
Die Methode der vorbeugenden Wartung, Preventive Maintenance (PM), wurde in Japan eingeführt, nachdem sie kurz zuvor in den 1950er Jahren von der General Electric Corporation entwickelt worden war. Wie bei so vielen anderen Produktionstechniken, beispielsweise der Qualitätskontrolle und der Nullfehlertechnik, übernahmen die Japaner das Konzept und entwickelten daraus ein verbessertes Programm, um effektiver zu produzieren.
Seiichi Nakajima, der stellvertretende Vorsitzende des Japan Institute of Plant Maintenance, förderte TPM in ganz Japan und wurde als »Vater des TPM« bekannt. Er schrieb ein Buch zu diesem Thema, das die Bibel der Wartungs- und Produktionsmanager in Japan und vielen anderen Ländern wurde.
Nakajimas Vorgehensweise, zuerst praktiziert bei Nippondenso, die Maschinenbediener bei den routinemäßigen Instandhaltungsarbeiten mit einzubeziehen, hat sich bewährt und bildet die Basis eines guten TPM. Aber Nakajimas Buch wurde für japanische Unternehmen geschrieben.
Man wurde auf TPM aufmerksam und in vielen Management-Zeitschriften wurde es als eines der wirksamsten Werkzeuge der letzten 20 Jahre bezeichnet, das von japanischen Unternehmen eingesetzt wurde, um in der Fertigung einen Vorteil gegenüber der übrigen Welt zu erreichen.
Zweifellos besitzen die Japaner auf diesem Gebiet einen Vorsprung. Sie haben aber auch noch andere Vorteile. So ist in Japan ein umfangreiches Engagement des gesamten Managements für TPM üblich.
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