7 Schritt 7: Produktion in Taktzeit (S. 109-110)
Der Markt ist der letztgelagerte Prozeß. Die anzustrebende Form der synchronen Produktion besteht darin, exakt den Bedürfnissen des Marktes zu entsprechen. Der Markt gibt somit die Taktzeit für die Produktion vor. Diese Taktzeit ist die Zeitbasis für alle Aktivitäten im Unternehmen (Produktion, Informationen, Kaizen usw.). Sie bestimmt den Zeitrahmen für den Materialstrom und alle damit zusammenhängenden Aktionen. Die starken Schwankungen auf dem Markt führen zu ständigen Veränderungen der Taktzeiten. Die Prozesse im Unternehmen müssen so flexibel sein, daß trotzdem stetig Gewinne erzielt werden können.
Es gilt, das Bewußtsein für Verschwendungen zu entwickeln und ein dauerndes Krisenbewußtsein aufrechtzuerhalten. Verschwendungen werden energisch eliminiert. Es erfolgt ein Wechsel von einem einfachen Personalabbau hin zu einem flexiblem Personaleinsatz (variabler Personalstand). Die jeweilige Taktzeit dient als Zeitbasis, wobei es um die Reduzierung der Überstunden und einen flexiblen Personaleinsatz geht. Viele Unternehmen bemühen sich um eine Qualitätsverbesserung und konzentrieren sich auf Kostenminimierung und Mengenmaximierung. Einige Firmen nutzen außerdem auch die Ressource Zeit zu ihrer Entwicklung.
In diesen Unternehmen wird in Taktzeit produziert, wobei der Anteil an wertschöpfenden Elemente sehr hoch ist. Durch Konzentration der Bearbeitungsprozesse und eine Reduzierung der Durchlaufzeiten erzielen sie wesentliche Wettbewerbsvorteile. Es kommt darauf an, den Anteil der wertschöpfenden Arbeit innerhalb der Taktzeit zu erhöhen. Für die synchrone Produktion ist es von entscheidender Bedeutung, diesen Begriff der Taktzeit flächendeckend an allen Linien umzusetzen. Taktzeit ist der vom nachgelagerten Prozeß (Kunden) vorgegebene Zeitrahmen, der für die Produktion eines Teils zur Verfügung steht.
Der Lagerbestand an der eigenen Linie wird möglichst minimiert, jedoch muß gewährleistet sein, daß der nachgelagerte Prozeß (der Kunde) die notwendigen Teile in benötigter Stückzahl zum erforderlichen Zeitpunkt erhält. Man erhält die Taktzeit, indem man die reguläre Arbeitszeit eines Tages durch die pro Tag benötigte Stückzahl dividiert. Das bedeutet, daß die Produktion an den verschiedenen Bearbeitungsstationen bzw. in den verschiedenen Werken synchronisiert wird. Die Arbeitszeit wird einheitlich festgelegt. Erwartete Ausfallzeiten aufgrund von Maschinenstörungen, Umrüstzeiten, geringer technischer Verfügbarkeit usw. dürfen nicht von vornherein abgezogen werden (dies gilt nicht für die von der Firma angeordneten Zeiten für den Morgenund Abendappell, Pausenzeiten, Reinigungszeiten usw.).
Es ist ebenfalls nicht zulässig, bei der Errechnung der notwendigen Stückzahlen für den nachgelagerten Prozeß von vornherein eine gewisse Schlechtteilquote einzukalkulieren. Es kommt darauf an, die verschiedenen Arten der Zeitverschwendung, die zu Kaizenaktivitäten führen müssen, erkennbar zu machen und in Überstunden abzuarbeiten. Wenn alle Produkte in Taktzeit hergestellt werden, so bedeutet dies, unabhängig von der Vielfalt der Produktpalette, daß an allen Stationen mit einem Minimum an Personal, Anlagen und Informationen gearbeitet werden kann. Sowohl zu langsames als auch zu schnelles Produzieren muß vermieden werden.
In viel zu vielen Werken und Produktionslinien wird ein zu schnelles Produzieren allerdings nicht negativ gesehen. Die Auffassung, es sei ja alles in Ordnung, wenn die Produktion nicht hinterherhängt, ist leider allzu verbreitet. Es darf kein Spielraum eingeplant werden. Im Gegenteil, ein ganz leichtes Nachziehen ist der beste Zustand. Taktzeit – die Grundlage für Produktion, Informationen, Kaizenaktivitäten usw. Um alle Prozeßschritte zu synchronisieren, muß das Material in Fluß gebracht werden. Die Anlagen werden dazu in der Reihenfolge der Arbeitsgänge aufgestellt. Um jedes(n) Stück (Satz) über alle Prozeßstationen ohne Stillstand und im Takt fließen lassen zu können, müssen auch die Informationen in Taktzeit fließen.
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