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Wertstrom-Mapping und Wertstrom-Design
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Wertstrom-Mapping und Wertstrom-Design
von: Thomas Klevers
mi Wirtschaftsbuch, 2007
 
Format: PDF, PDF
geeignet für: PC, MAC, Laptop Online-Lesen

ISBN: 9783868800609

Preis*:      79,90  

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Leseprobe

6 Umsetzung der gefundenen Lösung (S. 149-150)

Der Weg zur Wertstrom-Fabrik mit Prozessen, bei denen die Verschwendung weitestgehend reduziert werden konnte, ist bei allen Chancen nicht ohne Risiken. Wie in den vorigen Ausführungen gezeigt, ist eine Vielzahl von Veränderungen zu erwarten, die nur gelingen können, wenn die beteiligten Mitarbeiter konsequent und engagiert an der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen mitarbeiten. Die zu erwartenden Veränderungen betreffen eine Vielzahl von Bereichen im Unternehmen:

• Auftragsabwicklung und Steuerung: Die Steuerung der Prozesse und die Abwicklung von Aufträgen in der Produktion werden vereinfacht und umgestaltet. Dies betrifft Fertigungs- und Bestandssteuerung genauso wie Kapazitäts- und Ressourcenplanung.
• Logistik und Materialfluss: Die innerbetriebliche Logistik erhält mehr Selbststeuerungsmöglichkeiten. Technisch modifizierte und angepasste Hilfsmittel sorgen für einen reibungslosen Materialfluss.
• Human Resources: Die Mitarbeiter werden mit mehr Eigenverantwortung ausgestattet, entsprechend verbessert sich ihre Qualifikation (Job- Enrichment).
• Produkte: Die vorhandenen Produkte werden gegebenenfalls umkonstruiert, um sie verschwendungsfreier herzustellen. Dazu sind intensive Überlegungen, zusammen mit dem Vertrieb, notwendig.
• Marktauftritt: Die Art und Weise, wie Produkte verkauft und was als Hauptverkaufsargument herausgestellt wird, muss gegebenenfalls überdacht und verändert werden. Flexibilität und kurze Durchlaufzeiten sind die Hauptargumente für eine Veränderung mit dem Wertstrom- Ansatz – also muss man die Bedeutung dieser Punkte unterstreichen, während andere Verkaufsargumente wie Varianz und Komplexität möglicherweise an Bedeutung verlieren.
• Qualität: Produkt- wie auch Prozessqualität werden gesteigert. Unter Umständen muss man Verfahren zur Qualitätsprüfung und -sicherung und das Qualitätsmanagement-System verändern.
• Technik: In vielen Fällen sind innovative Hilfsmittel sinnvoll und nötig, um die geplanten Veränderungen praktisch umzusetzen. Dazu gehören zum Beispiel Vorrichtungen, aber auch Transportmittel und auch Maschinen, die umkonstruiert werden müssen.
• EDV-Systeme: Durch die Gestaltung nach dem Wertstrom-Ansatz entsteht ein vereinfachtes Steuerungskonzept mit Schrittmacherpro zess und selbststeuernden Regelkreisen. Dennoch wird nach wie vor ein EDV-System benötigt, und zwar für Aufgaben wie Bestandsüberwachung, Controlling-Aufgaben oder auch Steuerung neu eingeführter Kanban-Regelkreise. Die Umstrukturierung der Steuerung ist mit Aufwand verbunden, der neben dem Tagesgeschäft geleistet werden muss. Gleichzeitig ist es notwendig, in die Systeme einzugreifen.

6.1 Veränderungen erfordern Aufmerksamkeit

Für die Mitarbeiter bedeutet ein Umstrukturierungsprozess im Zuge des Wertstrom-Ansatzes zunächst ein Umdenken: Sie müssen das Prinzip verstehen, verinnerlichen und leben. Dazu gehört ein erhöhtes Maß an Disziplin, neue Abläufe auch genau einzuhalten. Diese Disziplin zu erreichen ist nicht zuletzt eine Führungsaufgabe, worauf in Kapitel 6.3 noch eingegangen wird. In der Regel ist ein Ausbau der Qualifikation erforderlich: Neue Strukturen bringen neue Aufgabeninhalte und Eigenverantwortung und -initiative sind wichtige Eckpfeiler innerhalb der Wertstrom-Ansätze – man denke nur an die selbststeuernden Regelkreise!

In der Wertstrom-Philosophie steht die Optimierung des gesamten Wertstromes im Vordergrund, und zwar vor der Optimierung des eigenen Arbeitsplatzes oder des einzelnen Prozesses. Das erfordert oftmals eine gewisse Überwindung bei den beteiligten Mitarbeitern: Wenn man immer gelernt hat, dass Rüstvorgänge einen Verlust an Wirtschaftlichkeit darstellen und jetzt auf einmal häufiger rüsten soll, so ist das zunächst ein Umlernprozess. Dieser Prozess kann nur dann erfolgreich sein, wenn den Mitarbeitern der Gesamtzusammenhang klar wird – und dies erfordert in der Regel Geduld. Die Veränderungen im Rahmen der Wertstrom-Philosophie betreffen also viele Bereiche und sind daher auch nicht ohne Risiken.



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