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Die Michael Cromer München Story
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Die Michael Cromer München Story
von: Gerda Melchior, Volker Schütz
Riva Verlag, 2007
 
Format: PDF, PDF
geeignet für: PC, MAC, Laptop Online-Lesen

ISBN: 9783868830378

Preis*:      22,00  

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Leseprobe

Der schwarze Tag – mein Lebenswerk wird verramscht (S. 195-196)

Rückblende: Ende August 1996 war ich auf Anraten meines Strafverteidigers Dr. Kreuzer wieder in die Schweiz gefahren. Schon wenige Tage danach hatte ich mich dort mit den beiden Schweizern, Anwalt M. und Herrn W., wegen eines finanziellen Engagements bei MCM getroffen. Vier Wochen später wiederum waren die Herren nach München in die Firmenzentrale am Leuchtenbergring gekommen, hatten in Form einer Due Diligence ausgiebig Einblick in Firmenunterlagen erhalten und schließlich auch Originalausdrucke der aktuell aufgelaufenen Jahreszahlen mitgenommen. Danach hörte ich, außer der bereits erwähnten Honorarnote des Anwalts M., nichts mehr von ihnen.

Im Verlauf des Jahres 1997 hatten immer wieder Firmen oder Investorengruppen aus dem In- und Ausland ihr Interesse an einer Beteiligung oder einer Übernahme der Firma MCM bekundet. Auch Mara und ich beteiligten uns an den Verhandlungen und prüften die Angebote und die Konzepte, denn wir hatten nicht zuletzt aufgrund des im Treuhandvertrag vereinbarten Vorkaufsrechts immer noch die Hoffnung, unser Lebenswerk, das wir über 20 Jahre hinweg aufgebaut hatten, eines Tages wieder übernehmen zu können. Wieder ahnten wir nicht, wie sehr diese Hoffnung trog. Man ließ uns am ausgestreckten Arm verhungern.

Denn jeder Interessent, der sich von unserer Seite her beim Treuhänder meldete, jeder Investor, der auf unser Betreiben hin an der Tür der Firmenzentrale klopfte, wurde abgeblockt. Es gab nachweislich mehrere ernsthafte Angebote, über 40 Millionen DM und sogar über 60 Millionen DM, aber jedes Mal wurde vom Sanierer zunächst einmal eine Bankgarantie oder eine Hinterlegung in Höhe des Angebotsbetrages gefordert. Gleichzeitig wurde aber auf jegliches Verlangen nach einer Due Diligence hin immer wieder vertröstet oder nicht reagiert.

Natürlich hatte keiner der Investoren vor, auf blauen Dunst hin eine Bank garantie zu leisten, geschweige denn, die Katze im Sack zu kaufen, und deswegen kam es mit keinem von ihnen auch nur ansatzweise zu einem Vertragsentwurf. Schon im Mai 1997 hatte sich auch der Schweizer Anwalt M. telefonisch beim Sanierer in München gemeldet und im Namen eines Schweizer Unternehmens, der Reishauer Beteiligungen AG, bei der er als Präsident des Verwaltungsrates fungierte, Interesse am Erwerb der Markenrechte, allerdings ohne die GmbH-Anteile, angemeldet. Ihm war allerdings erklärt worden, dass ein isolierter Verkauf der Markenrechte nicht in Betracht komme.

Ein Interessent aus den USA hatte angeboten, zur Sicherheit einen hohen Scheck der Bank of New York zu hinterlegen, doch diese Bank, ein Weltunternehmen, war den Herren, die über das weitere Schicksal meines Unternehmens zu befinden hatten, nicht gut genug. Im Herbst 1997 spitzte sich die Situation dann dramatisch zu, jedenfalls lauteten so die Informationen des Sanierers an den Lenkungsausschuss, und weit und breit, so vermeldete er weiter, sei kein akzeptabler Investor oder Käufer in Sicht.

Angesichts des drohenden Termins 30. September 1997, an dem die Banken den Geldhahn endgültig und unwiderruflich zudrehen wollten, war der Konkurs des Unternehmens nach Auffassung des Sanierers nicht mehr zu vermeiden. Wie durch ein Wunder (man könnte auch sagen: wie bestellt) ging am 25. September 1997, morgens um 8.10 Uhr, in der Kanzlei des Treuhänders Dr. Zeller in München ein Fax der Schweizer Corisol Holding AG ein, das nachfolgend in den wichtigsten Auszügen wiedergegeben werden soll.



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