2. Bereich Leistungserstellung (S. 59-60)
Grundsätzlich: Bei der Leistungserstellung geht es um die Beschaffung von Waren und externen Dienstleistungen, Anlagen (Maschinen), Personal und so weiter. Ferner um die konkrete Erstellung von Leistungen, also etwa um die Produktion oder Dienstleistungen. Es sind aber nicht nur technische Fragen, zum Beispiel in der Produktion, dabei zu lösen. Nein – es geht um handfeste betriebswirtschaftliche Fragestellungen. Was macht die Leistungserstellung heutzutage immer schwieriger?
• Die Kundenwünsche werden immer individueller. In der Folge werden die Sortimente immer breiter, das heißt das Angebot wird immer differenzierter. Auswirkung: Höhere Kosten. • Die Auftrags-/Produktionsmengen pro Artikel werden immer kleiner. Das bedeutet Mehraufwand von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Absatz. • Das Qualitätsdenken der Kunden nimmt zu und zieht sich durch alle betrieblichen Bereiche, von der qualifizierten Beratung bis zum späteren Service. • Das Problem Schnelligkeit! Die Leistung muss immer schneller zum Kunden. Das bedeutet Verbesserung aller Abläufe von der Bestellung über die Produktion bis hin zur Auslieferung. Und all diese Probleme sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass wegen der Konkurrenz (Stichwort Globalisierung) die Kosten längst nicht mehr so leicht auf die Produkte „abgewälzt" werden können wie früher. Ein Kernbereich der Leistungserstellung ist die Logistik.
In der traditionellen Sichtweise bezeichnete Logistik alle mit der Materialwirtschaft verbundenen Bereiche, also Einkaufen und Lagern. Heutzutage geht das Verständnis von Logistik deutlich weiter und man versteht darunter die Koordinierung aller betrieblichen Funktionen von der Beschaffung, Lagerhaltung, Produktion bis hin zum Absatz, alle Beziehungen zwischen Zulieferer und Unternehmen oder Unternehmen und Vertrieb. In den letzten Jahren sind in nahezu allen Branchen die Logistikkosten gestiegen und machen häufig bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten des Unternehmens aus.
2.1 Beschaffung/Lagerhaltung
Um einmal eine eher trockene Definition zu benutzen: „Beschaffung umfasst die Bereitstellung der für den betrieblichen Leistungsprozess benötigten Ressourcen." Und bleiben wir bei den klassischen Lehrbuchdefinitionen, auch wenn sie teilweise banal klingen, aber man muss sie einfach einmal gehört haben: Die Grundregeln fordern die Beschaffung von den richtigen Materialien, zu denn richtigen Mengen, am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Qualität und zu den richtigen (optimalen) Kosten. Daraus ergeben sich die Kernfragen, die auf den folgenden Seiten beantwortet werden. Auch im Einkauf liegt der Gewinn Bei den typischen Einkäufen handelt es sich um die sogenannten Roh-, Hilfsund Betriebsstoffe. In der Praxis redet man von den „RHBs", ein Begriff, den man einmal gehört haben muss.
• Rohstoffe gehen als wichtige Bestandteile in das Produkt ein (z. B. Metall, Holz) • Hilfsstoffe werden Bestandteile des Produktes, sind aber wertmäßig untergeordnet (z. B. Klebstoffe) • Betriebsstoffe gehen nicht in das Produkt ein (z. B. Energie).
Darüber hinaus gibt es noch die sogenannten Halbteile. Dies sind selbst erstellte oder zugekaufte Teile, die bereits angearbeitet sind (z. B. zugekaufte Rohbügel bei der Brillenproduktion). Und natürlich werden auch Dienstleistungen eingekauft, also Leistungen, die meist mit einer Arbeitsleistung des Anbieters verbunden sind wie etwa Reparaturleistungen oder externe Beratung.
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