Osteuropa-Strategie für deutsche Unternehmen (S. 153-154)
„Die Vorteile liegen doch auf der Hand", sagt Kanzleramtsminister Thomas de Maizière über die Osterweiterung in der Zeitschrift HanseZeit (Ausgabe: 3/2006): „Erfolgsstrategien für den Mittelstand und europäische Identität", „Erfreulicherweise engagieren sich mehr und mehr Handwerker erfolgreich in den neuen Mitgliedsstaaten, beispielsweise in Unternehmenskooperationen oder durch eigene Niederlassungen. „Davon kenne ich zum Beispiel in Sachsen etliche Unternehmen.
Potenziale haben hier vor allem Anbieter von hochwertigen, technologisch komplexen Leistungen mit hohem Dienstleistungsanteil. Je gründlicher die Kenntnis über den jeweiligen Auslandsmarkt ist, desto besser lassen sich die eigenen Erfolgschancen optimieren. Handwerker können bei ihrer Marktanalyse die Angebote der Handwerksorganisationen und der Außenwirtschaftsförderung des Bundes nutzen." Folgende Grundlagen in Sachen Wirtschaftsförderung und - information sind sicherlich hilfreich, um die Stolpersteine auf den Kommunikations- und Handelswegen im Ausland geschickt zu umgehen. Dabei stellen die angeführten Ansprechpartner nur eine Auswahl dar:
So können deutsche Unternehmen bei ihrer Informationssuche auf IXPOS zurückgreifen – eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Die Homepage www.ixpos.de bietet die komplette Angebotspalette der deutschen Außenwirtschaftsförderung auf einem Blick. Bei IXPOS finden interessierte Unternehmer fundierte Antworten – so zum Beispiel auf die Frage, welche Organisationen in Deutschland Förderprogramme anbieten, in Fragen des ausländischen Steuerrechts Auskunft geben oder bei Zahlungsproblemen weiterhelfen. Weitere Informationen – vor allem zu den neuen Mitgliedsstaaten der EU – gibt es nicht nur unter der oben genannten Internetadresse, sondern auch postalisch: Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) Agrippastraße 87-93 50676 Köln
Tolle Unterstützung bieten auch die Außenhandelskammern (AHK). Die Kammern sind die Partner der deutschen Wirtschaft, wenn es um den Zugang zu ausländischen Märkten geht. Die AHKBüros sind in allen Länder vertreten, in denen sich deutsche Unternehmer engagieren. Weitere nützliche Daten gibt es unter der Internetadresse www.ahk.de. So finden Sie auf der genannten Homepage unter dem Link „AHK-News" auch eine Übersicht aktueller Veranstaltungen der einzelnen Länderbüros, zum Beispiel zur Personalsuche, Gehaltsstruktur, Arbeitsmarktsituation oder zum Ausbildungsniveau und zu Knigge-genialem Verhalten im Ausland.
Empfehlenswert ist zudem die Beteiligung an Auslandsmessen sowie Informations- und Kontaktveranstaltungen, die durch Bundesprogramme gezielt gefördert werden kann. Die erste Anlaufstelle sollte für Sie als deutscher Unternehmer der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Messe (AUMA) sein. Unter www.auma-messen.de wird alles Wissenswertes präsentiert: Messemärkte im Ausland, Länderprofile, Branchenbereicht u.v.m. Besonders hilfreich dürfte auf dieser Homepage der MessenNutzen- Check sein. Dieser Check-up unterstützt Sie bei der
– Planung einer Messebeteiligung, – Definition der Messeziele, – Festlegung der Budgetierung und – nachträglichen Betrachtung der Messebeteiligung (ein sogenannter Nutzwert-Kosten-Vergleich).
Mit diesem NutzenCheck ist es möglich, Ihren Messeerfolg messbar zu machen – unter Berücksichtigung der Messekosten, die auf Sie zukommen werden. Um Ihre Osteuropa-Strategie einen weiteren Schritt optimal planen zu können, ist es wichtig, dass Sie einen Überblick über das vorherrschende Ausbildungsniveau bekommen – dazu gehören das Erziehungssystem, mögliche Schullaufbahnen und Bildungsmöglichkeiten. Gut ausgebildetes Personal ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für den unternehmerischen Erfolg.
Schul- und Bildungssysteme
Dem Schulsystem in Osteuropa sagt man nach, es sei altmodisch, rigide und viel zu sehr auf das Auswendiglernen ausgerichtet. Kreativität, Produktivität oder Initiative würden in diesem System nicht gefördert. Stattdessen käme es darauf an, sich Reproduktionswissen anzueignen, dass man nach bestandener Prüfung sofort wieder vergessen könne. Es heißt zwar immer so schön „Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben!", doch leider bietet der im osteuropäischen Raum vorherrschende Frontalunterricht keine adäquaten Möglichkeiten, das erworbene Wissen mit der Realität des heutigen Alltags zu verknüpfen.
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