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Champagner, Wein & Co. - Flüssige Werte als Kapitalanlage
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Champagner, Wein & Co. - Flüssige Werte als Kapitalanlage
von: Michael Brückner
FinanzBuch Verlag, 2009
 
Format: PDF, PDF
geeignet für: PC, MAC, Laptop Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen

ISBN: 9783862480630

Print-Preis:    €  34,90  
Preis*:      29,99  
Sie sparen:      4,91  (14%)

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Leseprobe

Teil I Grundlagen: Das große Einmaleins des Weininvestments (S. 17)

So etwas nennt man wohl einen Anlagenotstand: Seit der Jahrtausendwende bescheren die Märkte den Sparern und Investoren ein Wechselbad der Gefühle. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase gleich zu Beginn des neuen Millenniums verzeichneten Anleger, die allzu euphorisch auf das vermeintliche Potenzial von Wachstumsunternehmen gesetzt und deren Aktien erworben hatten, den ersten herben Rückschlag.

Die deutsche Aktienkultur, die endlich aufzublühen schien, welkte rasch. Zwar setzte schon 4 Jahre später wieder eine spektakuläre Rallye an den Börsen rund um den Globus ein und Anleger konnten mit Aktien – nicht zuletzt von Unternehmen aus den wachstumsstarken Ländern Osteuropas und Asiens – hohe Renditen einfahren, doch dann kam im Schatten der weltweiten Finanzkrise ab dem Jahr 2008 der zweite Crash. Angesichts von Mini- Zinsen boten allerdings auch wertbeständige Spareinlagen keine wirklich dauerhaft überzeugende Alternative. Und sogar vermietete Immobilien, lange Zeit als Beton-Gold gepriesen, machten Investoren nicht mehr so richtig glücklich.

So begann bald die Suche nach den „wahren Werten“, beziehungsweise nach dem, was man eben dafür hält. Die einen gaben sich ihrem ganz persönlichen Goldrausch hin und schichteten Teile ihres Vermögens in das verführerisch glänzende Edelmetall um. Andere kauften komplizierte Uhren oder Werke alter Meister. Wieder andere vertrauten auf den Zeitgeist und investierten in Old- oder Youngtimer, also in Fahrzeuge aus den Zeiten der Großväter beziehungsweise Väter.

Zunehmend entdeckten Anleger jedoch, dass es durchaus eine Möglichkeit gibt, höchst genussvoll zu investieren. Alte Weine mit großen Namen, höchsten Bewertungen und aus exzellenten Jahrgängen erzielten auf Auktionen atemberaubende Preise. Eine Doppelmagnumflasche (3 Liter) 1947er-Château Cheval-Blanc wurde zum Beispiel im März 2008 im New Yorker Auktionshaus Christie’s für rund 135.000 US-Dollar versteigert.

Eine Magnumflasche (1,5 Liter) 1947er-Château Mouton-Rothschild wechselte im Februar 2007 bei einer Auktion bei Sotheby’s für beinahe 48.000 US-Dollar den Besitzer. Und das Auktionshaus Koppe & Partner in Bremen versteigerte im Januar 2008 eine Methusalemflasche (6 Liter) des Jahrgangschampagners 1990er-Louis Roederer Cristal Brut Millenium für 15.000 Euro. Mitunter gingen die Preise für gesuchte Weine regelrecht durch die Decke.

Tatsächlich wurden bei manchen Gewächsen aus dem Bordeaux innerhalb von 5 Jahren Preissteigerungen von rund 300 Prozent erzielt. Und das garantiert frei von der Abgeltungsteuer. Kein Wunder, dass exzellente Weine mittlerweile nicht nur als Genussmittel, sondern gleichermaßen als Assetklasse geschätzt werden.

Der Autor des vorliegenden Buches kennt eine Reihe ziemlich wohlhabender Leute, die einen Teil ihres Vermögens in ausgesuchte Gewächse mit Wertsteigerungspotenzial investiert haben. Mancher Weingenießer schüttelt angesichts dieser Entwicklung nur den Kopf, treiben die Investoren einerseits und geltungssüchtige Neureiche aus vielen Schwellenländern andererseits doch die Preise für sehr gute Weine in unerschwingliche Höhen.

Trotzdem handelt es sich bei dieser Form der Geldanlage um keine vorübergehende Mode. Längst gibt es – vergleichbar mit dem DAX oder dem Dow Jones – Indizes, die kontinuierlich die Wertentwicklung feiner Weine abbilden. Finanzinstitute legten in den vergangenen Jahren Weinfonds auf und eine österreichische Bank emittierte sogar ein Weinzertifikat. Davon später mehr. Doch schon an dieser Stelle wird deutlich: Weininvestment ist nicht etwa nur ein Freizeitvergnügen von Menschen, die nicht mehr so recht wissen, wohin mit ihrem Geld. Die roten Blue Chips (nur wenige Weißweine eignen sich für Investments) werden als Anlagealternativen zunehmend anerkannt.



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