Worunter die Typen leiden, wie sie ihre Probleme lösen (S. 80-81)
Nicht nur die Sprache, das Verhalten und die Beziehungsaufnahme (siehe nächstes Kapitel) der drei Typen weisen große Unterschiede auf. Besonders deutlich wird die Verschiedenheit von Sachtyp, Handlungstyp und Beziehungstyp, wenn man Gelegenheit hat, sie beim Umgang mit Schwierigkeiten zu beobachten. Probleme zu lösen gehört zu den existenziellen Notwendigkeiten – und je mehr es „ans Eingemachte" geht, desto prägnanter tritt auch der jeweilige Typ zutage. Wenn Sie die drei Beschreibungen und die dazugehörigen Beispiele gelesen haben, werden Sie sicher nachvollziehen können, welche zusätzlichen Probleme automatisch entstehen, wenn zwei oder drei verschiedene Typen gemeinsam an einer Problemlösung arbeiten. Oder wenn ein Typ einem anderen dabei helfen möchte, seine Schwierigkeiten anzugehen.
Gleichzeitig wird klar, weshalb andererseits in Gesprächen oder in kleinen Teams recht schnell Fortschritte erzielt werden können – wenn nämlich die Akteure zum selben Typ gehören oder sich auf die Wesensart des anderen einstellen. Ein kleines Beispiel vorweg: Wenn ein Handlungstyp seine Probleme löst, geschieht das häufig dadurch, dass er „sich zwingt" – schlägt er dieses Muster nun einem Sachtypen vor, wird dieser (aus seiner eigenen Erfahrung heraus) sehr schnell Widerstand dagegen entwickeln; sein Erfolgsmuster beginnt nämlich meist damit, sich klare Ziele zu setzen, Motivationen zu verstärken und seinen Mut zusammenzunehmen.
Wie im vorherigen Kapitel gilt auch hier: Wenn Sie lernen möchten, wie die Typen im Alltag mit ihren Problemen umgehen und sie lösen, beobachten Sie diejenigen, deren Typ Sie erkannt haben – bald werden Sie die charakteristischen Muster wiederholt auftauchen sehen. Mir selbst geht es so, dass ich (in Beratungssituationen) schon anhand der Problemerhaltungsoder Problemlösungsstrategien den Typ erkennen kann.
Problemlösungsverhalten des Sachtyps
Sachtypen haben den Ruf, leidensfähiger zu sein als andere. Trotzdem (oder deswegen) mögen sie es, über ihre kleinen und großen Zipperlein hin und wieder etwas zu „jammern". Das sollte noch kein Grund zur Beunruhigung für den Zuhörer darstellen – mit solchen „Leidensgeschichten" motivieren sich Sachtypen häufig, um in Richtung einer Lösung aktiv zu werden. Für sie ist das oft kein Jammern, sondern die sachliche Schilderung der Lage. Sie möchten dann in der Regel keine (vor)schnelle Lösung (das Ergebnis könnte womöglich schlimmer sein als zuvor), sondern eher Tipps oder Alternativen, wie sie sich noch verhalten könnten. Letztlich möchten sie es aber selbst machen/entscheiden.
Nach Friedmann ist es für Sachtypen nicht sehr nützlich, lange über ihre Probleme erzählen zu können. Eher hilft es ihnen, über ihre Ziele und den angedachten Weg dorthin zu berichten. Sachtypen wirken häufig inaktiv oder unentschlossen – meistens handelt es sich jedoch um eine Anlaufzeit, während der es noch darum geht, Informationen, Fachkenntnisse oder Detailwissen zu sammeln. Erst wenn sich Sachtypen des Erfolgs einer Aktivität einigermaßen sicher sind, setzen sie ihre Energie (sparsam) ein.
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